Strompreiserhöhung
Zur Diskussion um die Erhöhung der Strompreise
Der Aufschrei in Deutschland war groß. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom soll ab 2011 um ca. 7,5% steigen. Grund ist das EEG (das Erneuerbare Energien Gesetz). Mit der sogenannten EEG-Umlage finanzieren die Verbraucher Investitionen und Subventionen in den Sektor der Erneuerbaren Energien, also Sonnen-, Wind-, Wasserkraft und Biogas. (Beispielsweise wird jeder Privatmann finanziell gefördert, der sich eine Photovoltaik-Anlage aufs Hausdach setzt und sein erzeugter Strom wird ihm garantiert abgekauft.) Und diese Abgabe soll nun von 2 auf 3,5 Cent pro KW-Stunde steigen. Für einen durchschnittlichen deutschen Haushalt betrügen die Mehrkosten so ca. 70 € im Jahr.
Ökostrom ist teuer, doch ist Strom von Kohle- oder Atomkraftwerken billiger? Das FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft) hat errechnet, dass die Atomwirtschaft seit 1950 204 Milliarden an staatlichen Subventionen kassiert hat und in den nächsten Jahren, auch ohne Laufzeitverlängerung, weitere 100 Milliarden erhalten wird. Darin enthalten sind Gelder für Forschung, Sanierung stillgelegter Werke, Entsorgung des Mülls und Vorteile in der Energiebesteuerung. Demnach wird eine Kilowattstunde Atomstrom im Vergleich zum Ökostrom mit 4,3 Cent subventioniert.
Vergleicht man weiter, so zeigt sich auch, dass die Nutzung Regenerativer Energien Milliarden einspart, die sonst für die Behebung von Umweltschäden, die durch Atom- und Kohlekraftwerke verursacht werden, ausgegeben werden müssten. (Im Jahr 2009 ein Vorteil von ca. 5,7 Mrd.).
Ende dieses Jahres werden Photovoltaik-Anlagen auf deutschen Dächern ca. 8000 Megawatt Leistung erbringen, zehnmal soviel wie 2006. Die staatliche Förderung für die Regenerativen Energien betrug 2010 12 Mrd. EURO und wird nächstes Jahr auf 17 Mrd. EURO steigen. Nicht nur Angela Merkel warnt, ökologische Stromproduktion angesichts dieser Beträge zu verdammen. Der Atem bei der Umstellung auf nachhaltige Bewirtschaftung unserer Erde muss lang sein.
Doch neben dem schon erwähnten Gedanken des Umweltschutzes etabliert sich auch ein wirtschaftlicher Aspekt: Die staatlichen Zuschüsse erlauben es Unternehmen in den Sektor Regenerative Energien zu investieren. So sind bereits 340 000 Arbeitsplätze entstanden und der Vorsprung Deutschlands an Know-How in Umwelttechnik lassen die Exporte rasant steigen.
Förderung von Ökostrom muss aus Sicht der Umwelt also sein und zahlt sich wirtschaftlich aus. Schließlich und endlich erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, dass die EEG-Umlage in den nächsten zehn Jahren, wenn überhaupt, höchstens noch um 0,5 Cent steigen wird.
